„[Rn. 7] Eine Abgabe von Betäubungsmitteln im Sinne des § 29a Abs. 1 Nr. 2 Var. 3 BtMG liegt vor, wenn der Täter, ohne dass ein eigennütziges Umsatzgeschäft gegeben ist (vgl. BGH, Urteil vom 24. Juli 2025 – 3 StR 586/24, NStZ-RR 2025, 373 f.; Beschluss vom 4. Juni 2025 – 2 StR 640/24 Rn. 10), die eigene tatsächliche Verfügungsgewalt über Betäubungsmittel an einen Dritten mit der Wirkung überträgt, dass dieser frei darüber verfügen kann (vgl. BGH, Urteile vom 8. August 2024 – 3 StR 20/24 Rn. 36; vom 24. Juli 2025 – 3 StR 586/24, NStZ-RR 2025, 373 f.; Beschlüsse vom 7. Mai 2024 – 2 StR 16/24, NStZ-RR 2025, 52 f.; vom 11. Juni 2024 – 3 StR 158/24, NStZ-RR 2024, 311 f.; vom 10. September 2024 – 4 StR 186/24 Rn. 3; vom 5. Dezember 2023 – 4 StR 318/23, NStZ 2025, 44 f.; vom 10. Oktober 2023 – 2 StR 180/23 Rn. 2; vom 25. April 2018 ‒ 1 StR 136/18 Rn. 5; zu § 29a Abs. 1 Nr. 1 BtMG, vgl. auch BGH, Beschluss vom 8. Februar 2022 – 3 StR 458/21, NStZ-RR 2022, 139).
[Rn. 8] [...] Da bei § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG, anders als bei § 29 Abs. 1 Nr. 1 BtMG (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 2020 ‒ 2 StR 317/19 Rn. 27), die Tathandlung des Veräußerns nicht Teil des Tatbestands ist, erfasst die Abgabe auch eine – wie hier – uneigennützige entgeltliche Sachherrschaftsübertragung (vgl. BGH, Urteil vom 24. Juli 2025 – 3 StR 586/24, NStZ-RR 2025, 373 f. mwN; Patzak/Fabricius/Patzak BtMG, 11. Aufl., § 29a Rn. 44; Weber/Kornprobst/Maier/Dietsch/Maier, BtMG, 7. Aufl., § 29a Rn. 49). Der Besitz, soweit er sich auf dieselbe Betäubungsmittelmenge bezieht, tritt hinter der spezielleren Begehungsform des Abgebens zurück (BGH, Beschluss vom 7. Mai 2024 – 2 StR 16/24, NStZ-RR 2025, 52 f.; Patzak/Fabricius/Patzak, BtMG, 11. Aufl., § 29a Rn. 145).“
BGH, Urteil vom 08.04.2026 - 5 StR 554/25 - LG Berlin I