Bedingter Tötungsvorsatz

| Strafrecht

StGB § 212

„[Rn. 9] a) Bedingter Tötungsvorsatz ist gegeben, wenn der Täter den Tod als mögliche, nicht ganz fernliegende Folge seines Handelns erkennt (Wissenselement) und dies billigt oder sich um des erstrebten Zieles willen zumindest mit dem Eintritt des Todes abfindet (Willenselement), mag ihm der Erfolgseintritt auch gleichgültig oder an sich unerwünscht sein (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteile vom 25. September 2024 – 2 StR 222/24, Rn. 11; vom 15. Januar 2020 – 2 StR 304/19, Rn. 14; Beschluss vom 18. Februar 2025 – 6 StR 617/24, Rn. 7).

Beide Elemente des bedingten Vorsatzes müssen getrennt voneinander geprüft und durch tatsächliche Feststellungen belegt werden (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteile vom 1. März 2018 – 4 StR 399/17, Rn. 18; vom 16. September 2015 – 2 StR 483/14, Rn. 14; Beschluss vom 18. Februar 2025 – 6 StR 617/24, Rn. 7). Ihre Bejahung oder Verneinung hat auf der Grundlage einer Gesamtbetrachtung aller objektiven und subjektiven Umstände des Einzelfalls zu erfolgen (vgl. BGH, Urteile vom 1. März 2018 – 4 StR 399/17, Rn. 19, vom 22. März 2012 – 4 StR 558/11, BGHSt 57, 183 Rn. 26), in welche insbesondere die objektive Gefährlichkeit der Tathandlung, die konkrete Angriffsweise des Täters, seine psychische Verfassung bei der Tatbegehung und seine Motivationslage einzubeziehen sind (vgl. BGH, Urteil vom 16. Mai 2013 – 3 StR 45/13, Rn. 7; Beschluss vom 9. Juli 2019 – 1 StR 222/19, Rn. 9)“

BGH, Beschluss vom 29.05.2026, 6 StR 527/25 (LG Halle)

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